Pop/Rock MundArt

PECH & SCHWEFEL - "Landrock"

24.03.2005  BLUESTONE BS 03 
19 Titel  Gesamtspielzeit  69’20’’
DigiPack mit 22seitigem Booklet inklusive Songtexte

Pech und Schwefel - Landrock

Das erste Pech & Schwefel - Album mit dem schlichten aber treffenden Namen „Landrock“ enthält 18 Songs zwischen Rock, Reggae, Folk, Country und Blues. Die durchweg frisch gespielten Stücke wurden allesamt mit analogen Instrumenten aufgenommen und bestechen mit ihrem druckvollen Sound, was der Produktion einen zeitlosen Charme verleiht.

Alle Titel sind in Oberlausitzer Mundart betextet, auch „’S Madl“, eine Reggaeversion des Kraftwerk- Klassikers „Das Model“. Der straighte Opener „Wenn mir wüsstn wu mir hiewulln“ rundet den Songzyklus als Reprise mit vier weiteren Strophen ab, um dem „Bonusdreck“, einer fast zehnminütigen Collage aus Text und Hühnergegacker Platz zu machen.

Neben ganz neuen Songs finden sich auf „Landrock“ viele Titel, die im Laufe der letzten Jahre bereits im Live-Repertoire von Pech & Schwefel zu hören waren oder die wie „A Bette das muss wackeln“ und „Girl from the Oberlausitz“ bereits im Deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurden.

Einige Stücke, wie die beiden frühen Pech & Schwefl-Songs „Tupp & Deckel“ und „Su a junges Ding oder die bereits 2002 in Liberec aufgenommenen und bisher unveröffentlichten Titel „Ob ich bleibn tu“ und „Mehr Glück als Verstand“ finden sich auf dem Album in neuen Arrangements.

Mit Ausnahme von „’S Madl“ stammen alle Stücke von Steffen Lindner. Steffen hatte die Platte ursprünglich als Soloalbum geplant, um die Songs weitestgehend in Unplugged-Varianten aufzunehmen, wie er es bei seinen Auftritten als KurtL praktiziert. Doch aus den Angeboten mehrerer befreundeter Musiker aus anderen Bands und aus dem Dilemma dass das von 1999 bis 2003 bestehende Pech & Schwefel-LineUp nicht mehr existierte und die 2004er Besetzung gerade erst im Aufbau war, als er mit den Aufnahmen begann, ergab sich die Chance, für jeden Song das passende LineUp zu finden. Das beschert dem Album eine abwechslungsreiche Bandbreite. Letztendlich sind alle bisherigen und gegenwärtigen Bandmitglieder mit von der Partie, darunter die drei Band-Urgesteine René Pech, Andreas Friedl Friedrich und natürlich Steffen Lindner, die 1997 als reenes PECH die erfolgreiche CD „Kraft unsrer Wassersuppe“ veröffentlichten. Insgesamt sind 14 Musiker an den Aufnahmen beteiligt.

Die Aufnahmesessions begannen im März 2004 im Farmhouse Studio Löbau. In den ersten drei Sessions wurden mit drei Schlagzeugern die Basis-Tracks eingespielt. Daniel Wiedemann spielte fünf, René Pech vier und der aktuelle Drummer Thomas Niederhofer sechs Tracks ein.

Bei „A Bette das muss wackeln“ wurden die bereits 2001 eingespielten Spuren mit dem damaligen Drummer Jiri Hovorka und Daniel Wiedemann als Gitarristen verwendet. Der im Spätherbst 2004 entstandene Song „Wenn mir wüsstn wu mir hiewulln“ wurde im Dezember 2004 eingespielt, diesmal wieder mit René Pech am Schlagzeug. Dieser war seit seinem Gastspiel an der Hammond-Orgel bei „Urscht lief´s´m weg“ im November 2004 maßgeblich an der Fertigstellung der Produktion beteiligt und wurde im März 2005 nach 5jähriger Pause wieder festes Bandmitglied.

Zwei weitere ehemalige Verwirrten-Mitglieder gaben für „Landrock“ ihr Stelldichein, so im Juni 2004 der damalige Posaunist Arne Maiwald am Akkordeon und im September 2004 Gitarrist Tino Merbeth. Mit Ausnahme der von Tino gespielten Akustikgitarre bei „Für di Ewigkeet“ und „Su a junges Ding“ spielte Steffen Lindner alle Akustikgitarren- und Bassparts ein. Die Gitarrensession für insgesamt sechs Songs mit Jörg Weißelberg fand im November 2004 in dessen Backyard Music Studio statt und wurde dann bei Farmhouse in die Tracks eingefügt.

Ende November veredelte die Äppl Juice-Sängerin und ehemalige Remedies-Backgroundsängerin Susanne Moewes vier Songs mit ihrer Stimme. Weiterhin wurden die Aufnahmen im Herbst 2004 durch die mehrstimmigen Trompeteneinspielungen des Produzenten Matthias Bogner bereichert, der bei „Su a junges Ding“ mit einem jazzigen Solo brilliert.

Das Feuerwehrkapellen-Flair bei „Feuer & Brand“ wird durch eine Tuba abgerundet. Percussion und Mundharmonika geben zahlreichen Songs zusätzliche Würze. Interessante Konstellationen haben sich durch die wechselnde Auswahl der Musiker ergeben: Da Jörg Weißelberg „Urscht lief´s´m weg“ in einem Take mit zwei Solos einspielte und René Pech eine Woche später seinen Hammond-Part aufnahm, wurde an Stelle von Jörgs 1. Solo Renés Hammond-Solo in den Mix eingefügt und dieses wiederum mit der Rhythmusgitarre unterlegt, die Tino Merbeth bereits eingespielt hatte.

Bei „´S Madl“, „Su a junges Ding“, „Die die mich amo krigt“, „Urscht lief’s’m weg“, „Tu ni ween´“, „A Kind“ und „Warum´ch ni gerne heemgieh“ sind zum ersten Mal seit 1995 in unterschiedlicher Besetzung jeweils drei ehemalige Verwirrten-Mitglieder auf einer Aufnahme zu hören.

„ A richtscher Moann sein“ und „Tupp & Deckel“ reduziert sich auf die 1997er reenes PECH-Besetzung und hier besticht besonders Andreas Friedl Friedrich mit seinem Slide-Gitarrenspiel. „Er is gar kee Moann“ bringt das allererste Pech & Schwefel-LineUp an teilweise anderen Instrumenten zusammen.

Das 2004er LineUp ist nur bei „’S Madl“ zusammen mit diversen Gästen zu hören. Abweichend zu der bisher nur im Fernsehen veröffentlichten Version von „Girl from the Oberlausitz im 2004er LineUp findet sich auf dem Album ein Mix mit Jörg Weißelberg/Gitarre, Matthias Bogner/Trompete und Susanne Moewes/Backgroundgesang. „Tu ni ween´“ findet sich außer auf „Landrock“ in einem anderen Mix, bereichert um Steffen Lindners' Akustikgitarre und ein paar mehr Gitarrenlicks von Andreas Friedl Friedrich als „Vollversion“ auf dem ostsächsischen Regional-Sampler „Suedost der sampler vol.2“.

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